Tunesien und der gesamte Maghreb sind in den letzten Wochen mit Stürmen und heftigen Niederschlägen konfrontiert worden. Vielerorts war die Infrastruktur total überfordert. Just unter diesen schwierige Wetterbedingungen machten sich gegen 400 Migranten und Flüchtlinge auf den Weg nach Europa – möglicherweise unter Druck gesetzt von ihren Schleppern. Ein Boot mit 50 Insassen wurde gefunden; ein einziger Mann überlebte. Doch weitere sieben Boote gelten seit Tagen als vermisst. Die Hoffnung, dass sie überlebt haben könnten, wird von Stunde zu Stunde unwahrscheinlicher. Es ist wohl davon auszugehen, dass in den vergangenen Tagen mehr als 300 Menschen auf der Überfahrt nach Europa umgekommen sind. Rund 40 waren junge Tunesier, alle anderen stammten vermutlich aus Staaten südlich der Sahara. Sollte dies zutreffen, so wäre dies die schlimmste Schiffskatastrophe in der Geschichte Tunesiens. – Die Lage ist allerdings am Abend des 26. Januars noch unübersichtlich, und es ist denkbar, dass ein Teil der „Verschwundenen“ von der dortigen Küstenwache nach Libyen gebracht worden sind.