Die NZZ am Sonntag greift ein Thema auf, das ich in meinen zwei Büchern über Migration aus dem Maghreb ausführlich behandelt habe: Das Thema des «Untertauchens». Das Thema ist wichtig, weil die Asylsuchenden, die einfach «verschwinden», Kapazitäten der Aufnahmezentren unnötig belasten und weil sie nach ihrem Untertauchen häufig Delikte begehen – auch von Frankreich aus. Hier ein Auszug:Wohin gehen diese jungen Männer, wenn sie abtauchen? Wo schlafen sie? Wie schlagen sie sich durch?Einer, der sich schon lange mit der Migration aus den Maghrebstaaten befasst, ist der freie Journalist und Autor Beat Stauffer. Er sagt: «Die meisten Maghrebiner, die in der Schweiz untertauchen, reisen weiter ins Ausland.» In Frankreich oder Belgien sei die maghrebinische Gemeinschaft grösser, und die jungen Männer hätten bessere Chancen, irgendwo abzusteigen. «Sie können vielleicht eine Zeitlang bei einem Kollegen in einer Banlieue unterkommen, schwarz in einem Kebab-Laden arbeiten und lernen allenfalls sogar eine Tunesierin, Marokkanerin oder Algerierin mit einer Niederlassungsbewilligung kennen und können heiraten.»Es gebe auch junge Männer, die sich in französischen Städten an der Grenze zur Schweiz niederliessen, sagt Stauffer. Zum Beispiel in St-Louis, dort, wo die Jugendlichen am Vormittag auf einer Bank sassen. Ein Tram fährt von St-Louis direkt nach Basel, Kontrollen an der Grenze gibt es keine. Gerade für Kleinkriminelle sei das attraktiv, sagt Stauffer. «Mit dem Handel von gestohlenen Schweizer E-Bikes kann man sich das Leben in Frankreich durchaus finanzieren.»