Ich muss es gestehen: An einem derart schönen Veranstaltungsort habe ich noch nie als Referent auftreten können. Die Villa Collina – die Residenz des ehemaligen deutschen Bundeskanzlers Adenauer – ist zauberhaft gelegen und würde eigentlich eher dazu verleiten, sich zu entspannen und den Blick auf den Comersee zu geniessen. Dennoch wurde hier hart gearbeitet und stundenlang diskutiert. Für mich war es interessant, mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus ganz verschiedenen Milieus zu diskutieren: etwa mit Nato-Soldaten, einer Juristin, einem ehemaligen Studienleiter des SWR oder einem Verantwortlichen des Deutschen Akademischen Austauschdienstes. Dabei wurde mir erneut bewusst, wie stark sich die deutsche Perspektive auf das Thema in manchen Punkten von der schweizerischen unterscheidet. Die Referate des Völkerrechtlers Daniel Thym von der Universität Konstanz waren zudem erhellend und zugleich sehr ernüchternd, was den Handlungsspielraum der Behörden in Sachen Asyl und Migration betrifft.