Welcher Umgang mit IS-Anhängern?

Die Attentate von «einsamen Wölfen», die sich vor allem auf Internetforen radikalisieren und dann unerwartet zuschlagen, mit einfachen, überall verfügbaren Mitteln wie Messern, sind in Europa in den vergangenen Jahren etwas in den Hintergrund gerückt. Das mag auch damit zusammenhängen, dass gewisse Politiker – etwa die ehemalige deutsche Innenministerin Nancy Faeser – stets nur von der Bedrohung durch Rechtsextremisten sprachen. Zwar warnen anerkannte Fachleute wie Susanne Schroeter (www.susanne-schroeter.de) seit Jahren unermüdlich vor der Gefahr des gewaltbereiten Islamismus in Europa. Doch sie stiessen auf ein relativ geringes Echo. – Nach dem Attentat von Winterthur beschäftigen sich die Menschen zumindest in der Schweiz wieder intensiver mit der Bedrohung durch IS-Anhänger. Die hier verlinkte, ausgezeichnete Recherche der NZZ zeigt anschaulich auf, wie aus einem Musterschüler, dessen Integration gelungen schien, innert kurzer Zeit ein ideologiegetriebener Extremist wurde. – Doch was tun mit solchen Leuten? Lassen sie sich wirkliche de-radikalisieren? Noch vor einigen Jahren vertraten die meisten Experten die Ansicht, mit geeigneten Mitteln liessen sich solche gewaltbereiten Extremisten wieder in die Gesellschaft «zurückführen» und integrieren. Kacem El Ghazzali äussert in seinem interessanten Artikel erhebliche Zweifel daran. «Man übersieht völlig, dass eine Radikalisierung nicht aus einem diffusen sozialen Minderwertigkeitskomplex entspringt, den man einfach wegtherapieren könnte», schreibt El Ghazzali. «Sie speist sich aus der eiskalten Gewissheit theologischer und moralischer Überlegenheit.» Daraus folgert er, dass nicht noch mehr Therapieangebote, sondern «nur die harten, kompromisslosen Massnahmen des Rechtsstaates» gegenüber solchen ideologisch verblendeten Menschen eine Wirkung erzeugen könnten.

https://www.nzz.ch/zuerich/vom-aufsteiger-zum-is-anhaenger-die-radikalisierung-des-winterthurer-attentaeters-ld.10009073

https://www.nzz.ch/feuilleton/attentate-in-europa-die-gewalt-im-islam-laesst-sich-nicht-wegtherapieren-ld.10009273